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TOP-Kennzahlen im Einkauf

 

NEU!!! Ab sofort sind die Umfrageergebnisse auch in ENGLISCH erhältlich!

Die TOP-Kennzahlen des BME bilden die Grundlage zur Messung der Effizienz der Prozesse und Organisation des Einkaufs. Die erhobenen Kennziffern bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre eigenen Werte im Verhältnis zu den Ergebnissen vergleichbarer Branchenteilnehmer darzustellen und interne Optimierungspotenziale aufzudecken.

Entwickelt wurden die Kennzahlen von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des BME, der Einkaufsleiter von Industrieunternehmen und Dienstleistern unterschiedlicher Branchen angehören. Der Fokus der Untersuchung liegt auf Qualitätskennzahlen, beispielsweise der Bewertung der Einkaufsleistung und des Einkaufsergebnisses.

Die aktuelle Befragung basiert auf Daten von über 170 Teilnehmern. Die Befragten repräsentieren knapp 200 Milliarden Euro Einkaufsvolumen und 20.000 Einkaufsentscheider.

Die Umfrage umfasst folgende Auswertungen:

1. Durchschnittswerte:

Der wichtigste Grundsatz der Analyse ist der Vergleich mit ähnlichen Unternehmen. Deshalb wurden neben dem Durchschnitt aller Teilnehmer die Mittelwerte in jeweils fünf Branchengruppen und Umsatzklassen gebildet.

2. Best-in-Class-Werte:

Die Best-in-Class-Werte setzen sich nicht aus Merkmalen unterschiedlicher Unternehmen zusammen, die in verschiedenen Kategorien am besten abgeschnitten haben, sondern bilden Profile real existierender Unternehmen ab, deren Einkaufsorganisation aufgrund der gelieferten Zahlen als sehr effizient eingestuft werden kann. Der praktische Nutzen einer solchen Aufstellung besteht in der Möglichkeit, Rückschlüsse zu ziehen, welche Faktoren die Best-in-Class-Unternehmen vom Durchschnitt unterscheidet: Wie haben die Top-Unternehmen ihre Prozesse organisiert, was genau machen sie anders bzw. besser?

 

Viele Unternehmen mussten 2009 eine Verschlechterung ihrer Kennzahlen im Vergleich zu 2008 feststellen. Aufgrund der Wirtschaftskrise eingeleitete Maßnahmen griffen unterschiedlich schnell. Die signifikantesten Änderungen im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage:

  • Die Kosten je Bestellvorgang sanken im Schnitt um weitere drei Prozent auf 119 Euro, wobei bei einigen Branchen bis zu zehn Prozent Erhöhungen festgestellt werden konnten. Die Best-in-Class-Unternehmen liegen zwischen 30 und 50 Euro je Bestellung.
  • Die Einkaufskosten zum Einkaufsvolumen stiegen um zirka drei Prozent. Die Best-in-Class-Unternehmen hatten um rund 60 Prozent niedrigere Kosten als der Durchschnitt.
  • Die Abrufquote aus Rahmenverträgen und elektronischen Katalogen lag bei 35 Prozent aller Bestellpositionen, wobei die Best-in-Class-Unternehmen zirka 80 Prozent erreichen konnten.
  • Die Nutzung automatisierter Einkaufsverfahren wie Internetausschreibungen und Online-Auktionen nahm wesentlich zu. So betrug das Einkaufsvolumen über das Internet bei einigen Best-in-Class-Unternehmen bis zu 40 Prozent.
  • Über 90 Prozent aller Teilnehmer bestätigten, dass ihre Einkaufsabteilungen in der Regel frühzeitig in die Beschaffungsprozesse eingebunden sind.

Die Ergebnisse der BME-Auswertung zeigen, dass Professionalität und Effizienz der Einkaufsprozesse einen höheren Stellenwert bei vielen Unternehmen gewonnen haben. Dies gilt umso mehr, wenn der Anteil der Materialkosten an den Herstellkosten steigt und häufig wechselnde Randbedingungen vorliegen wie etwa Wirtschaftskrise oder Rohstoffverknappungen. Vor diesem Hintergrund übernehmen die Kennzahlen immer häufiger die Funktion eines Frühwarnsystems.

Zu den in der BME-Umfrage insgesamt erhobenen 23 TOP-Kennzahlen zählen:

Einkaufsvolumen in Prozent vom Umsatz. Diese Kenngröße gibt einen Überblick über strukturelle Unterschiede einzelner Branchen hinsichtlich der eigenen Wertschöpfung. Diese Kennzahl steht auch in engem Zusammenhang mit der hierarchischen Einordnung des Einkaufs im jeweiligen Unternehmen.

Einkaufskosten in Prozent vom Einkaufsvolumen. Diese Kennzahl spiegelt sehr stark die Effizienz der Prozesse in der Beschaffung und die damit verbundenen Kosten wider. Diese Kennzahl ist aber nicht geeignet, um den Wertbeitrag des Einkaufs zum Unternehmenserfolg zu messen. Mit dieser Kennzahl werden leider immer noch seitens der Unternehmensleitung Entscheidungen generiert, die sich für das Unternehmen langfristig als nicht zielführend erweisen können, wenn im Einkauf aus kurzfristigen Erfolgsüberlegungen Personal abgebaut wird. Im Krisenjahr war diese die am meisten gefragte Kennzahl des BME.

Kosten des Bestellvorganges. Eine der wichtigsten Kennzahlen des BME, insbesondere bei der Einführung von automatisierten Bestellprozessen. Über mehrere Perioden betrachtet ist diese Kennzahl wichtiger Indikator zur Effizienzmessung neu eingeführter Prozesse.

Durch den Einkauf verhandeltes Einkaufsvolumen. Diese Kennzahl ist seit Beginn der Erhebung in 2007 sehr stabil und pendelt zwischen 85 und 90 Prozent ohne einen deutlichen Aufwärtstrend. Dies scheint eine Obergrenze für die Einkaufsaktivitäten zu sein. Dies bedeutet, dass bei einem Einkaufsvolumen von 100 Millionen zirka zehn bis 15 Millionen Euro verhandelt werden, ohne dass der Einkauf eingebunden ist. Vor diesem Hintergrund sollte das Einkaufsmanagement der Geschäftsführung aufzeigen, welche Einsparpotenziale noch vorhanden sind.

Reklamationsquoten. Diese Kenngrößen sind unbedingt für die Zielvereinbarung der Einkäufer zu nutzen. Sie zeigen einen eindeutigen Bezug zu dem Ergebnisbeitrag des Einkaufs und dessen Fähigkeit, die Performance der Lieferanten zu erkennen und zu fördern.

Die Umfrageergebnisse können gegen eine Schutzgebühr von 790,00 € für BME-Mitglieder bzw. für 890,00 € für Nichtmitglieder zzgl. MwSt.bezogen werden. Der Aufpreis für die englische Version beträgt 390,00 € bzw. 490,00 € zzgl. MwSt.

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